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    [Rezension] Die Stadt der Träumenden Bücher – Moers, Walter

    Reihe : Zamonien 4
    Genre : Fantasy, Märchen
    Autor : Walter Moers
    Verlag : Piper
    ISBN : 978-3-492-24688-0
    Seiten : 480
    Ausgabe : Taschenbuch
    Preis : € 12,95
    DEV* : April 2006

    *DEV = Deutsche Erstveröffentlichung


    Kurzbeschreibung :

    Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!

     

    Der erste Satz :

    Hier fängt die Geschichte an.

     

    Meine Meinung :

    Mein erster Moers. Ich bin jetzt wirklich monatelang an diesem Buch vorbeigelaufen. Immer wieder wollte ich es kaufen und konnte mich doch nicht dazu durchringen. Wie ich mittlerweile weiß, geht es den meisten mit diesem Buch so. Keine Ahnung, warum wir hier so vorsichtig sind. Denn wenn man es gelesen hat, bereut man, solange gewartet zu haben.

    Ich liebe das Cover mit dem kleinen Buchling inmitten tausender Bücher. Wenn man nicht anhand des Titels wüßte, das es um Bücher geht, wäre es einem spätestens nach einem Blick auf den Umschlag klar. Das Bild hat mich auch immer wieder magisch angezogen. Oft hab ich es mir angeschaut und dann doch wieder weggelegt. Aber nicht nur das Cover, sondern das ganze Buch ist eine Hommage ans Lesen. Auch ganz viele Illustrationen sind mit dabei. Immer passend zur Textstelle zur Untermalung angebracht. Was mir noch sehr positiv aufgefallen ist, sind die „kleinen“ Fußnoten, mit Beschreibungen zu bestimmten Begriffen oder Begebenheiten, direkt auf der jeweiligen Seite, sodaß man nicht erst ans Ende des Buches blättern muss.

    Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt, der erste, wie die Geschichte beginnt, wie und warum sich unser Held, Hildegunst von Mythenmetz, auf seine Reise begibt. Der zweite Teil handelt von seinen Abenteuern in den Katakomben von Buchhaim. Beide werden von einem kleinen 8-Zeiler eingeläutet, die mir sehr gefallen haben.

    In tiefen, kalten, hohlen Räumen
    Wo Schatten sich mit Schatten paaren
    Wo alte Bücher Träume träumen
    Von Zeiten, als sie Bäume waren
    Wo Kohle Diamant gebiert
    Man weder Licht noch Gnade kennt
    Dort ist´s, wo jener Geist regiert
    Den man den Schattenkönig nennt

     

    Die Geschichte spielt in dem fiktiven Land Zamonien. Es birgt die unterschiedlichsten Wesen und Orte und die Namen von alledem sind einfach zu köstlich. Durch die vielen enthaltenen Zeichnungen bekommt man noch einen genaueren Eindruck. Ich hatte ein wahres Kopfkino am laufen beim lesen. Was mich weiter faszinierte, waren die Ideen, die Moers hier umsetzt. Hildegunst´s Abenteuer ist so außergewöhnlich und auch unvorhersehbar, sodaß keine Minute Langeweile bei der Lektüre herrscht. Man liest, und liest immer weiter, weil auch nichts ist oder wird, wie man es sich vielleicht denkt. Dauernd wendet sich das Blatt und Moers lässt seinen Helden immer gefährlichere Ereignisse bewältigen.

    Auch sprachlich liegen hier Welten dazwischen. Denn der Autor schafft es, wahre Poesie zu dichten.

    “Manchmal denke ich, daß wir die einzigen sind, die wirklich was von der Literatur haben”, grinste Gofid. “All die anderen haben nur Arbeit mit den Büchern. Sie müssen sie schreiben. Lektorieren. Verlegen. Drucken. Verkaufen. Verramschen. Studieren. Rezensieren. Arbeit, Arbeit, Arbeit – wir dagegen müssen sie nur lesen. Schmökern. Genießen. Ein Buch verschlingen – wir können´s wirklich. Und werden auch noch satt davon. Ich möchte mit keinem Schriftsteller tauschen.”

    S. 266

    Man versinkt regelrecht in der Sprache. Ich habe es einfach geliebt. Ein weiterer positiver Aspekt sind die Charaktere. Alle verrückt, einfach anders, und doch liebenswert. Allen voran, die schrecklichen Buchlinge, die ein Buch nach dem anderen verschlingen (s.o.). Diese habe ich in mein Herz geschlossen. Es gibt aber noch viel mehr verrückter Wesen, z. B. Eydeeten, Haifischmaden, Schrecksen… und zum Schluß auch noch die Bücherjäger. Lest selbst, was sie alle mit unserem Helden zu tun haben.

    Zum guten Schluß möchte ich noch sagen, das, auch wenn es manchmal böse aussieht, der Humor nie zu kurz kommt. Ich musste sehr viel schmunzeln und lachen bei der Lektüre. Meine absolute Lieblingsstelle möchte ich aber jetzt schon präsentieren.

    Von nun an Knochen überall. Künstlerisch veranlagte Höhlenbewohner hatten die Gebeine zu dekorativen Zwecken benutzt, Knochenornamente in die Wände gefügt oder ganze Tunnel mit Totenköpfen gepflastert – hier bekam der Begriff Kopfsteinpflaster eine ganz neue Bedeutung.

    S. 188

     

    Fazit :

    Dieses Buch ist ein Meilenstein, ein Meisterwerk!! Jeder Bücherwurm, jede Leseratte wird dieses Buch lieben. Und soviel kann ich schon verraten. Dieses Buch wird garantiert noch öfter gelesen, und nicht nur dieses eine Mal.

     

    Bewertung :


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